Schon wieder dieser Schulterschmerz

Schon wieder dieser Schulterschmerz!

Immer häufiger klagen Sportler über Schulterschmerzen. Warum wohl?

Vor rund hundert Jahren war der Mensch entweder fett oder normalgewichtig oder gleichmäßig austrainiert. Das Wichtige daran: das muskuläre Gleichgewicht rund um das Schultergelenk stimmte jedenfalls.
Etwas später wurde die Übung des Bankdrückens erfunden. Diese zählt inzwischen zu den Grundübungen im Kraftsport. Durch die weitere Entwicklung der Body-Building Szene wurde zusätzlich auf einen gut entwickelten Schultermuskel wertgelegt. Der Fokus wurde auf Breite gelegt, das Kräftegleichgewicht rund um das Schultergelenk geriet in Vergessenheit.

Einfach gesagt: die Körpervorderseite  ist viel muskulöser als die Rückseite. Und nicht nur das. Durch eine nach vorne gebeugte Schreibtischtäterhaltung  (nach vorne gekippte Schultern – Protraktionshaltung) ist unsere Brustmuskulatur in der Regel auch verkürzt. Die Schulterkapsel zudem nicht flexibel. Unsere gesamte Statik verschiebt sich.

Über- und insbesondere einseitig trainierte Muskulatur bei Sportlern führt zu einem Ungleichgewicht der Schultermuskeln und auf diesem Weg indirekt zu einem Impingementsyndrom der Schulter:
Damit ist eine Einklemmung zwischen der Kugel des Oberarmkopfes und dem Schulterdach (Akromion) gemeint. Das heisst der Tunnel unter dem Schulterdach, durch welchen der Supraspinatusmuskel und seine Sehne verlaufen – inklusive dem dort liegenden Schleimbeutel – ist eingeengt. Der Muskel und die Sehne des Supraspinatus – wie auch der Schleimbeutel – werden in diesem Tunnel unter dem Schulterdach in bei Tätigkeiten in und über Schulterhöhe eingequetscht.

Es wird die dort verlaufende Muskulatur bzw. Sehne der Rotatorenmanschette (Supraspinatussehne) in ihrem Lauf- und Gleitverhalten gestört. Es ist schlicht und einfach zu eng und da es nicht rund läuft, klemmt es und schmerzt. D.h. die Sehne ist in ihrem Gleitverhalten behindert, sie entzündet sich und das Ganze kann sich bis zu einem Riss in der Rotatorenmanschette hin entwickeln.

Was tun?
Belastungspause, Verminderung von Überkopftätigkeiten sind effektive Handhaben, welche jeder Betroffene direkt bei sich einsetzen kann. Es gilt zunächst den gequetschten Strukturen eine Pause zu verschaffen, indem man sie entlastet. Das bedeutet: Alles was auf Schulterhöhe und darüber stattfindet ist soweit wie möglich zu reduzieren.
Im nächsten Schritt ist an der Wiederherstellung des muskulären Gleichgewichts zu arbeiten und per sofort auf gelenkszentriertes Training zu achten.